MilongaForge
Musikbibliothek, Tandas und Cortinas für Tango-DJs. Mit tief kategorisierter Aufnahmedatenbank und Planungshilfe für den Abend. Closed Beta ab Q3 2026.
Eine Milonga zu planen heißt, aus ein paar tausend Aufnahmen 20 bis 25 Tandas zu bauen, die eine angenehm gestaltete Milonga ergeben. Wer das ernsthaft betreibt, arbeitet bisher mit einer Mischung aus Musikverwaltung, nicht optimal an die Tango-Argentino-spezifischen Anforderungen angepassten DJ-Programmen und Erfahrung im Kopf.
MilongaForge ist dafür gebaut.
Die vier Bereiche
Aufnahmen. Deine Bibliothek, angereichert um eigene Bewertungen, Vertrautheit, Tanzbarkeit und Energie sowie verschiedene Kategorisierungen und Taxonomien. Import aus Ordnern, Abgleich mit der Diskografie-Datenbank; ein erneutes Einlesen zeigt nur die Unterschiede.
TandaVault. Tandas bauen, bewerten und verwalten, mit Vorschlägen aus der Datenbank und Drag-and-drop.
Cortinas. Ein eigener Pool und daraus zusammengestellte Listen.
Milonga-Planer. Aus Tandas und Cortinas wird der Abend gestaltet und der Energiefluss prognostiziert.
Exportiert wird als Ordner („Koffer packen") oder als Text- und CSV-Liste. Deine Audiodateien bleiben unangetastet: MilongaForge schreibt grundsätzlich keine Tags zurück.
Für die Beta geplant
Zwei Dinge sind spezifiziert und kommen bis zur Beta dazu: eine Konsistenzprüfung für Tandas, die auf Brüche in Orchester, Stil oder Tempo hinweist, und eine Auswertung der Ausgewogenheit einer fertigen Milonga über Energielevel und Wellen des Abends.
Die Datenbank dahinter
Der eigentliche Aufwand steckt in den Daten. MilongaForge greift auf eine kuratierte Diskografie-Datenbank mit über 158.000 Dokumenten zu: rund 65.000 Aufnahmen, 30.900 Werke, 16.200 Personen und 750 Ensembles, zusammengeführt aus sieben öffentlichen Quellen, mit Herkunftsnachweis pro Feld.
Aufnahmen sind mehrdimensional eingeordnet, nicht nur nach Orchester und Jahr:
- Epoche von der Guardia Vieja bis in die Gegenwart, mit den Untergliederungen des Goldenen Zeitalters
- Stilfamilie nach Stephen Brown, von rhythmisch-hart bis lyrisch
- Schule nach dem Cluster-Modell von Tangology101 und El Espejero
- Gesangstyp: instrumental, Estribillo, Cantor de Orquesta, Canción
- Tempoempfinden in fünf Stufen, aus BPM abgeleitet und an rund 35.000 realen BPM-Angaben kalibriert, mit eigenen Schwellen für Tango, Vals und Milonga
- Stimmung und Charakter als erweiterbare Schlagworte
Dazu kommen 221 Ensembles mit hinterlegter Besetzung (knapp 7.000 Mitgliedschaften, 94 Prozent davon mit Zeitraum) sowie kuratierte Orchesterphasen, die den Stilwandel der großen Orchester über die Jahre abbilden.
Liedtexte, sauber getrennt
Über 6.300 Liedtexte sind erfasst und nahezu vollständig inhaltlich erschlossen: nach Themen, Stimmung, Erzählperspektive und Register. Im Volltext liegen sie aber nur dort, wo das rechtlich zulässig ist, nämlich gut 800 gemeinfreie oder frei lizenzierte Texte. Für die rund 5.500 noch geschützten speichert MilongaForge keinen Volltext, sondern nur die Quelle und eine selbst verfasste Zusammenfassung. Ist das Todesjahr eines Texters unbekannt, gilt konservativ die geschützte Einstufung.
Was es bewusst nicht ist
MilongaForge ist ein Planungs- und Verwaltungswerkzeug, kein Live-Player. Es gibt eine Vorhörfunktion, aber kein Crossfading, kein Mixing, keine Effekte. Ebenso wenig Streaming, Downloads oder Musikerkennung per Fingerprint.
Zum Auflegen selbst lässt sich demnächst TangoDisplay in einem eigenen Fork nutzen und aus MilongaForge fernsteuern.
Stand
Die Anwendung läuft als Desktop-App auf macOS und wird intern eingesetzt; Versionen für Web, Windows und Linux sind geplant, mit leichten Anpassungen bei den Funktionen. Der Server-Teil mit Diskografie-Datenbank und Anmeldung ist bereits in Betrieb. Der Start erfolgt als geschlossene Beta ab dem dritten Quartal 2026.